#nazisraus #knthlz #mutzurwahrheit #magnitzauaaua – Deutschland halt`s Maul!

via Keine Freunde – Keine Helfer

Da fällt es dann wohl zusammen, das Lügengebilde der AfD vom Kantholz, das auf den Kopf niedersauste und den Schädel spaltete, von den Tritten gegen den Kopf, vom heldenhaften Bauarbeiter, der Magnitz rettete und vom hinterhältigen Mordanschlag.

Darum soll es aber nicht gehen. Es geht um ein Thema, das wir heute bereits verkürzt in einem simplen Foto dargestellt haben: Die eilige Distanzierung der deutschen „Mitte“ von etwas, von dem noch überhaupt nicht klar ist, was es überhaupt ist. Das sich solidarisieren und einer Partei und einem Menschen beispringen, die es sich zur Lebensaufgabe gemacht haben, Hass zu sähen und ganze Menschengruppen zu marginalisieren, zu diffamieren, zu diskriminieren. Einer Partei, die den Islam verbieten lassen möchte, die geflüchteten Menschen und Muslim*innen unterstellt, Terrorist*innen zu sein, deutsche Frauen zu vergewaltigen. Einer Partei, die Feminismus sowie die Anerkennung des dritten Geschlechts als Genderwahnsinn betitelt und Homosexuelle als degeneriert verunglimpft und mit Pädophilen gleichsetzt. Einer Partei, die auf Geflüchtete schießen lassen möchte und politisch Andersdenkende „einer sinnvollen Arbeit zuführen“ möchte, die ganz in Nazi-Manier vom deutschen Volkskörper und Volksgenossen spricht und die Schulter an Schulter mit Neonazis arbeitet und auf der Straße marschiert.

Der Aufschrei der deutschen „Mitte“ – Politiker*innen aller Parteien eingeschlossen – erfolgte dermaßen schnell, dass das #Nazisraus, das gestern auf Twitter über 70.000 mal geteilt wurde, im Nu verblasst und vergessen ist. Und sofort war allen – Politiker*innen aller Parteien auch hier eingeschlossen – klar: Es kann nur ein politisches Motiv geben, es kann nur **Die Antifa** gewesen sein. Eilig wurde über das Stöckchen, das die AfD mit ihren erneuten Lügen hochgeghalten hat, gesprungen und sich vergewissert, dass der deutsche Michel doch nicht so ist, dass der deutsche Michel sowas nicht macht. Gewalt? Wo kommen wir denn hin?! Macht der gute Deutsche nicht! Da distanzieren sich alle nur denkbaren Bürger*innen von Kaltland ganz schnell von, und Menschen, die nach dem Willen der AfD keinerlei Meinungs- und Bleiberecht in Deutschland hätten, wünschen Magnitz eine schnelle Genesung. Die Medien, on- wie offline, überschlagen sich förmlich vor Meldungen zu dem Vorfall, jeder Hinz und Kunz verfasst Essays dazu und springt, die Hände hochreckend, zu den anderen in die Distanzierungswelle, schwimmt mit in der Suppe aus Selbstbeweihräucherung, Selbstmitleid, Ignoranz und anderen unappetitlichen Kartoffelstücken. „Das ist kein politischer Diskurs! So darf nicht mit einer demokratisch gewählten Partei umgegangen werden! Auch nicht mit der AfD!“ Ja, so sprach es vor vielen Jahrzehnten schon einmal und so klingt es wieder, Jahrzehnte später, in einer Gegenwart, in der Menschen aufgrund ihres Aussehens und ihre

r vermeintlichen Herkunft und ihres Glaubens wieder durch Straßen gejagt werden, in denen das rechte Gedankengut längst die sogenannte Mitte der Gesellschaft eingenommen hat, in der die Empörung über Schellen für einen zumindest Rassisten, der irgendwie von irgendwem aus irgendeinem Grund einen auf die Kappe gekriegt hat, größer ist als für die Tatsache, dass vor acht Tagen Menschen aufgrund ihrer (vermeintlichen) Herkunft Opfer eines rechten Terroranschlages wurden, als die Tatsache, dass Menschen in Deutschland wieder Angst um ihr Leben haben müssen allein aufgrund ihres Aussehens, ihres religiösen Glaubens, ihrer sexuellen Identität, ihrer Herkunft.

Wir möchten uns an diesem Punkt ebenfalls entschieden und in aller Deutlichkeit distanzieren – von dieser beschissenen, heuchlerischen „Mitte“ der Gesellschaft.

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